Algen im Schwimmteich (1)

1. Teil:  Die Ursachen

Verantwortlich für das Algenwachsum im Schwimmteich ist die Überdüngung und/oder die Übersäuerung.  Nachfolgend einige Beispiele, warum das Algenwachstum im Schwimmteich von Jahr zu Jahr zunimmt.

Überdüngung

Fadenalgen oder Schwebealgen (grünes Teichwasser)  wachsen im Teich, wenn zu viele Nährstoffe wie Licht, Nitrat oder Phosphat im Wasser sind. Nur wenn diese Düngefaktoren vermieden oder reduziert werden, hat man langfristig Freude an einem algenfreien Teich.

Sonnenlicht

Bei Gartenteichen und Fischteichen ist es sinnvoll, den Teich an einen halbschattigen oder sogar schattigen Standort zu platzieren. Schwimmteiche dagegen werden natürlich sonnig angelegt, damit sie sich schneller erwärmen. Hier kann man Licht als Düngefaktor nicht reduzieren. Es bleiben aber noch Phosphat und Nitrat.

Phosphat

Phosphat ist im Schwimmteich kein Problem, da keine Fische im Teich gefüttert werden müssen. Im Gegenteil, in vielen Schwimmteichen muss sogar mit Phosphat gedüngt werden, damit die Pflanzen in der Regenerationszone prächtig gedeihen.
Im Fischteich sieht die Sache schon anders aus. Hohe Phosphatgehalte entstehen vorwiegend durch Fischfutter mit hohem Getreideanteil (Phosphatgehalt > 2%). Abhilfe schaffen hier handelsübliche Phosphatbinder. Sie entfernen nicht das Phosphat aus dem Wasser, sondern verändern es in eine Form, die von Algen nicht genutzt werden kann.

Nitrat

Der wichtigste Düngefaktor im Teich ist Nitrat. Nitrat ist eine ungiftige Form von Stickstoff und entsteht durch den ständigen Eintrag organischer Masse von Außen, Infos dazu finden Sie auf unserer Startseite. Die erste Düngung erfolgt oft schon beim Befüllen des Schwimmteiches. Einige Teichbesitzer füllen ihren Teich mit Brunnenwasser. Da diese Brunnen aber meist nicht sehr tief sind (zwischen 2 bis 15 m) handelt es sich hier nicht um Grund- sondern um Oberflächenwasser. Diese Wasservorkommen sind oft extrem nitrathaltig (50 bis 150 mg/Liter), vor allem wenn die Umgebung landwirtschaftlich genutzt wird. Nitrat wird in Form von Mist, Gülle oder Kunstdünger auf die Felder gebracht und nur zum Teil von den Pflanzen aufgenommen. Der andere Teil gelangt in das Oberflächenwasser und später auch in das tiefer gelegene Grundwasser.

Regenwasser aus der Zisterne ist nicht empfehlenswert, denn es ist sauer (Kapitel Übersäuerung), nitrathaltig und zusätzlich mit Schadstoffen aus der Luft angereichert. Im Laufe der Zeit sammelt sich viel Dreck auf der Dachfläche, der dann bei Regen in die Zisterne gespült wird. Diese organische Masse (Stickstoff) wird in der Zisterne von Bakterien (Nitrifikation), zu Ammonium und weiter zu Nitrat umgewandelt.

Leitungswasser ist so gesehen immer noch die beste Lösung. In der Regel hat es einen niedrigeren Nitratgehalt wie Brunnen- oder Zisternenwasser. Aber Achtung, auch hier gibt es Ausnahmen. Der gesetzliche Höchstwert liegt momentan bei 50 mg/l. Das ist nicht wenig. (Sie können den Wert bei Ihrer Kommune erfragen oder im Internet recherchieren). Wenn Sie zu den „Glücklichen“ gehören, die nitratarmes Leitungswasser haben, beantragen Sie am besten bei der Gemeinde einen Gartenanschluss mit eigenen Zähler. So sparen Sie sich die hohen Kanalgebühren.

Auch der Eintrag von Blütenstaub, Staub und Erde durch Regen und Wind düngt das Wasser im Teich. Ebenso die Unsitte Wasserpflanzen und Seerosen in Erde statt in Kies zu pflanzen, düngt den Teich zusätzlich. Spezielle Wasserpflanzen- oder Seerosenerde ist extrem gedüngt. Im Herbst wehen große Mengen Blätter oder Nadeln in den Teich, dass Wasser wird wieder gedüngt. Teiche mit Fischen, Schildkröten oder Wassergeflügel werden durch die Fütterung gedüngt. Abgestorbene, welke Pflanzenteile, die nicht entfernt werden, düngen auch den Teich.

Übersäuerung

Die diversen Arten von Wasserpflanzen sind Nahrungskonkurrenten für die Alge. Das heißt, ein üppiges Pflanzenwachstum reduziert das Algenwachstum. Nun stellen viele Teichbesitzer fest, dass Wasserpflanzen nach einigen Jahren nicht mehr richtig gedeihen, dafür aber vermehrt Algen wachsen. Was ist passiert?

Idealerweise wurde der Teich mit kalkhaltigem Leitungswasser gefüllt. Die Pflanzen entziehen dem Leitungswasser Kalk, den sie zum Aufbau ihrer Struktur benötigen und Dünger, den sie zum Wachsen benötigen. Für Algen bleiben nur wenig Nährstoffe übrig. Im Laufe der Zeit wird fehlendes Wasser automatisch durch Regen ersetzt. Das wird auf Dauer ein Problem. Aufgrund der schlechten Umweltbedingungen sprechen wir heute von „saurem Regen”. Und Säure frisst bekanntlich Kalk! (Beispiel: Essigreiniger befreit die Badarmaturen vom Kalk). Das heißt, der Kalkgehalt im Wasser wird von Jahr zu Jahr weniger, die Karbonathärte (KH) sinkt. Pflanzen kümmern und verschwinden.

Aber nicht nur der Regen ist für die Übersäuerung verantwortlich. Fische und andere Teichbewohner atmen Kohlendioxid, also Säure aus. Bei biologischen Abbauprozessen entstehen durch Bakterientätigkeit ständig Säuren. Diese allgemeine Übersäuerung führt letztendlich dazu, dass nach einigen Jahren die Anzahl der Lebewesen im Teich wie Schnecken, Krebstierchen, Insektenlarven auch Fische, immer weniger werden. Diese brauchen zum Aufbau ihres Panzers und Skeletts unbedingt Kalk.
Amphibien wie Molche und Frösche können gut im sauren/weichen Wasser leben, sind aber kein Indikator für gute Wasserqualität.
Darum ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen (alle paar Monate) die Karbonathärte im Teich mit einem KH Test zu messen und falls nötig, mit KH Bio Powder aufzuhärten.

In ihrem Teich können verschiedenste Einflüsse zu einem ungewünschten Resultat führen. Rufen Sie gerne an, denn in einem persönlichen Gespräch lassen sich Fragestellungen analysieren und für jedes Gewässer eine gute und vor allem natürliche Lösung finden.

Robert Hilble
Fischwirtschaftsmeister und Teichexperte

Beratungshotline: +49 (0) 8543 / 624 824